Sonntag, 05 April 2015 19:31

2. Rennbericht zu ACR Ferrari F458 Challenge

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2. Rennbericht zu ACR Ferrari F458 Challenge


Die Osterfeiertage sind gekommen und somit auch das Ende der ACR Ferrari F458 Challenge. Am 29.04 überquerten die italienischen Sportwagen das letzte Mal in dieser Rennserie die Ziellinie. Nach der einwöchigen Frist für Einsprüche bei der Rennkommission steht nun das Endergebnis fest.

Für den in Topform befindlichen tabis konnte im letzten Lauf auf Road America nichts mehr anbrennen, denn er lieferte seinen Ferrari durchweg gut ab und machte den Sack bereits in Suzuka zu. Da er an allen bisherigen Läufen teilnahm und seine bislang guten Platzierungen das Punktekonto so in die Höhe schnellen ließen, muss er aufgrund eines Streichergebnisses zum letzten Lauf eigentlich gar nicht antreten. Dennoch stand er in Elkhart Lake am Start, nachdem sein Teamchef von Scuderia Vittoria ihm das Budget einräumte und so grünes Licht gab. Man wollte dominieren und den konkurrierenden Verfolgern bis zu Letzt zeigen, wo der Hammer hängt. Sein Teamkollege aleex! konnte während der Serie in etwa den gleichen Speed aufweisen, dennoch verspielte er sich einige wichtige Punkte, nachdem er sich Ärger mit der Rennkommission einhandelte und von der letzten Startposition ins Rennen gehen musste. Dies ging soweit, dass er für den Lauf in Suzuka gänzlich gesperrt wurde. Somit steht aleex! im Endergebnis auf Platz 5, die Teamwertung konnte sich Scuderia Vittoria durch das sehr gute Abschneiden von tabis dennoch sichern.

Platz 2 in der Fahrerwertung wurde erst im letzten Lauf entschieden. Sowohl Oberst Heftig als auch Daniel Wolf waren heiße Anwärter auf die Silbermedaille. Daniel Wolf sicherte sich vor Oberst Heftig in der Qualifikation Startplatz 3, durfte aber von 2 starten, da aleex!‘s Rundenzeit nicht gewertet wurde und er sich hinten einreihen musste. Bereits in der ersten Kurve gelang es dann Daniel Wolf seinen grün/schwarzen Boliden innen an vwdidi vorbei zu schieben und sich auf Platz 1 festzusetzen. Als in seinem direkten Windschatten vwdidi einen Fahrfehler machte, hatte er Luft und konnte sich bis Rennende vorn behaupten. Lediglich aleex!, der sich überragend nach vorn arbeitete, konnte ihm noch gefährlich werden. Der auf Platz 3 liegende Oberst Heftig verteidigte aber mit allen Mitteln seine Position, sodass aleex! wichtige Sekunden auf Daniel Wolf verlor und letztendlich mit nur 3 Sekunden Rückstand auf Platz 2 ins Ziel ging. Die Ironie daran ist, dass dies Oberst Heftig den Platz 2 in der Fahrerwertung kostete, denn er liegt mit 57 Gesamtpunkten gleich Auf mit Daniel Wolf, dieser sich aber mit dem Sieg im letzten Lauf auf Platz 2 behauptet. Für Daniel Wolf’s Teamkamerad RonnyDee war es eine eher durchwachsende Serie. Durchschnittlich fuhr er pro Rennen 6-8 Punkte ein und sicherte sich damit Gesamtplatz 8. In den Interviews nach den Rennen war er meist enttäuscht von seiner Leistung und bangte um den Fahrerplatz bei Backfire Motorsport. Der Teamchef des Rennstalls aber machte ihm nach der Challenge wieder Mut und somit kann RonnyDee etwas entspannter in die Zukunft seiner Motorsportkarriere schauen.

Etwas holprig gestartet, aber dann solide und gute Ergebnisse abgeliefert hat der bei Team Lotus fahrende Oberst Heftig. Im ersten Lauf auf Surfers Paradies zerstörte der sein Fahrzeug an der Bande, doch sein Team legte sofort los um ihm für die restlichen Läufe wieder ein funktionierendes und konkurrenzfähiges Einsatzfahrzeug auf die Räder zu stellen. Dies erwies sich auch als wichtig, denn er fuhr gute Punkte für Team Lotus ein, denn bei seinem Teamkamerad Max U. schlichen sich immer wieder technischen Probleme ein, sodass er sowohl auf dem Hockenheimring, in Suzuka und Road America leer ausging. Selber gab sich Oberst Heftig aber wenig zufrieden, denn laut ihm waren es viele kleine Fehler, die ihm die ein oder andere Position kosteten und nicht hätten sein müssen. Max U.‘s Ärger ist verständlicher, der mit viel Pech zu kämpfen hatte und nun hofft, in den kommenden Serien technisch besser da zu stehen. Bei Ihm kam es laut eigenen Aussagen durch die diversen Ausfälle zu Motivationsproblem, die aber kollektiv bei Team Lotus besprochen wurden und dem schnellen Max U. wieder ein wenig Mut einhauchten.

Den eher undankbaren vierten Platz in der gesamten Fahrerwertung sicherte sich der Sieger vom Hockenheimring vwdidi. Mit zwei punktelosen Rennen, wovon eines unter das Streichergebnis fällt, erreichte er eine Gesamtpunktzahl von 55 und somit nur 2 weniger als Oberst Heftig und Daniel Wolf. Auch bei vwdidi fuhr teils der Ärger mit, der zum einen durch eigene Fahrfehler, als auch durch brenzlige Situationen auf der Strecke entstand. Im Lauf der Serie entschied er sich, damit anders umzugehen und konnte so in Road America nach einem Fahrfehler, der ihn weit zurück fallen ließ, noch bis auf Platz 4 vorfahren und sein Team RedGears GP weiter nach vorn bringen. Nero2, der zusammen mit ihm das Team bildete, klagte immer wieder über ein indirektes Fahrzeug, was auch aufgrund der geringen Setupmöglichkeiten für ihn nicht in den Griff zu bekommen war. Zwar brachte Nero2 seinen Ferrari immer über die Ziellinie, doch mit 30 gesammelten Punkten reichte es für ihn nur zu Platz 7. Besser dagegen sieht es für RedGears GP in der Punktewertung aus. Mit 85 Punkten und somit Punktgleich mit Backfire Motorsport teilen sich beide Teams den verdienten zweiten Platz.

Im Tumult der Teamfahrer tummelt sich der Privatiere STQ auf Gesamtplatz 7. Mit seiner guten und überaus konstanten Leistung (In den letzten 3 Läufen jeweils Platz 5) kann er sich zufrieden schätzen und zeigt den großen Rennställen, dass ein großes Budget nicht unbedingt zu guten Platzierungen führt. Mit RonnyDee lieferte er sich im hinteren Feld oft packende Zweikämpfe, die aber auf absoluter Fairness basierten und gerade den Zuschauern Motorsport vom feinsten vor die Nase zauberten. Eine solche Fairness von allen Teilnehmer spiegelte sich auch in der überaus gelösten Stimmung auf den After-Race-Partys wider.

Die zweistelligen Platzierungen eröffnet Sven Müller mit Platz 10, der teilweise unglaublich schnelle Rundenzeiten auf den Asphalt zauberte und mit seiner auffälligen Lackierung die Blick auf sich zog. Doch mangelndes Budget bei Duratec Racing und der Ausstieg von Teamkollege FordFreak ließen es nicht zu, sein fahrerischen können auszuspielen und ganz vorn zu landen. Teamscouts haben ihn aber sicher von nun an auf ihrer Liste und die Zukunft wird zeigen, wo der Name Sven Müller wieder auftauchen wird.

RS201 (Fahrer Platz 11) und Easy (Fahrer Platz 14) bilden das Schlusslicht in der Teamwertung mit Platz 6. Bei Easy&RS201 Racing stand man vor terminlichen Problemen, sodass beide Fahrer nicht an allen Rennen teilnehmen konnten. Schade, denn RS201 konnte sich beim zweiten Lauf 6 Punkte sichern, was für seinen guten Speed spricht. Für Easy hingegeben war es eine generelle Enttäuschung, der mit viel Enthusiasmus in die Serie startete, aber leider nie ein Rennen in den Punkten beenden konnte.

Auf Platz 12. findet sich mit Lothar ein weiterer Privatiere, der in Castle Hill sich 6 Punkte holte, aber an den folgenden Läufen nicht teilnehmen konnte.

Mit Christian van Schnecke fand sich ein Gastfahrer im Feld, der zwar in Suzuka noch im Schneckentempo unterwegs war, aber auf Road America sich 4 Punkte sichern konnte.

Offizielle Fahrerwertung im Überblick mit Gesamtpunktzahl:

1. Tabis (74)
2. Daniel Wolf (57)
3. Oberst Heftig (57)
4. vwdidi (55)
5. aleex! (45,5)
6. STQ (34)
7. Nero2 (30)
8. RonnyDee (28)
9. Max U. (13)
10. Sven Müller (7,5)
11. RS201 (6)
12. Lothar (6)
13. Christian van Schnecke (4)
14. Easy (0)
15. Andreas Leucht (0)
16. Kim Weishapl (0)

Offizielle Teamwertung im Überblick mit Gesamtpunktzahl:

1. Scuderia Vittoria (119,5)
2. RedGears GP (85)
2. Backfire Motorsport (85)
3. Team Lotus (70)
4. Duratec Racing (7,5)
5. Easy&RS201 Racing (0)


Die Serie nimmt aus Sicht der Rennkommissare ein gutes Ende, ohne viele Zwischenfälle und zufriedenen Fahrern. Die anfänglichen, technischen Probleme konnte nahezu ausgemerzt werden und die Ferrari F458 Challenge nahm nach dem Neustart gut Fahrt auf. Mit insgesamt ca. 98 eingesetzten Sätze Trophy Reifen und ca. 4300 Litern verbrauchten Kraftstoff während der 5 Läufe boten die italienischen Sportwagen den tausenden Zuschauern ein Motorsportspektakel rund um den Erdball. Sponsoren, Vermarkter und Fahrer ziehen ebenso eine positive Bilanz, sodass man davon ausgehen darf das die nächste ACR Rennserie bereits in der Planung ist und mit neuen Fahrzeug-Strecken-Kombinationen sich zeigen wird.

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Gelesen 2435 mal Letzte Änderung am Dienstag, 01 September 2015 10:59

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