Donnerstag, 23 Februar 2017 14:26

GT3 Masters - Zweiter Lauf in Barcelona Empfehlung

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Barcelona ist einer dieser Strecken, die vom Fahrer und Material alles abverlangt. Besonders tückisch sind die letzten beiden Kurven der Strecke, vor allem wenn sie in der Moto-Variante gefahren wird. Mit hoher Geschwindigkeit erreicht man die Bremspunkte, die mit dem Lenkwinkel perfekt abgestimmt werden müssen. Letztes Jahr im Sommer erwies sich diese Kurvenkombination als tödlich für den jungen Moto2-Fahrer Luis Salom. Wer Motorsport betreibt, weiß, dass er sich einem gewissen Risiko aussetzt. Das gilt nicht nur für den Motorradsport, sondern für den Rennsport allgemein. Grund genug sich mit dem Sicherheitskonzept für Rennfahrzeuge einmal auseinander zu setzen und einen Blick auf die Entwicklung der Autos zu werfen.

Sicherheit ist im Motorsport kein Zustand, sondern ein permanenter Prozess. Der stetige Dialog zwischen den Fahrern, Teams und Mitglieder der Fachausschüsse bildet dabei den Kern, um regelmäßige Verbesserungen im Sicherheitsbereich voranzutreiben.

Neben den sechs Crash-Elementen an Seiten, Front und Heck schützt vor allem die Kombination aus Monocoque und Käfig mit integriertem Sicherheitstank den Fahrer im Falle eines Unfalls. Darüber hinaus wird der Sitz des Fahrers oftmals in das Kohlefaser-Monocoque integriert.

Weitere Sicherheitselemente befinden sich im Inneren des Fahrzeugs. Sowohl sogenannte Renn-Netze sind mittlerweile Pflicht in der GT3-Klasse, als auch der obligatorische Handfeuerlöscher bzw. Feuerlöschsysteme.

Alle diese Maßnahmen minimieren das Risiko für den Fahrer schwere Verletzungen im Falle eines Unfalls zu erleiden. Ein unvermeidliches Rest-Risiko wird aber immer vorhanden bleiben, egal wie schnell die Sicherheitsentwicklung voran schreitet. 

 

 

Qualifying:

Training hin oder her, was zählt ist das Abschneiden im Qualifying und da gab es zum Start in den Renntag einige Überraschungen. Waren in den Trainingsläufen davor die beiden Lamborghini und der McLaren von Max Gripp trotz der Zusatzgewichte nicht zu bändigen, hatte einer im Qualifying ganz besonders was dagegen die erste Startreihe ohne Kampf abzugeben.

Ronny Dee von Team Rost im Porsche konnte es selber kaum glauben. Jede Sekunde rechnete er mit einer schnellen Runde seiner Konkurrenten, aber sie kam und kam nicht. Pole Position, direkt dahinter Matthias Rudolph, der seine Pole-Zeit in der letzten Kurve im Kies versenkte.

Für die beiden Namensvetter Gripp und Wandel lief es dagegen überhaupt nicht wie geplant, beide verpatzten ihr Qualifying und mussten sich mit Startplatz 6 und 7 zufrieden geben. Auszunutzen wusste das unter anderem Jaye, der seinen Ferrari auf Startplatz 3 prügelte, direkt dahinter Daniel Wolf im McLaren.

 

Sprintrennen:

Übermotiviert, dumm oder unerfahren. Da letzteres nicht mehr als Ausrede für den Lambo-Fahrer Max Wandel gelten darf, war es wohl eine Mischung aus übermotiviert und dumm, die als Erklärung für die erste Kurve herhalten muss. Es ist der guten Reaktion von Jaye zu verdanken, dass der Rennverlauf für die vordere Gruppe nicht schon in Kurve 1 entschieden wurde. Gekonnt fing er die Dive-Bomb von Max Wandel ab, sodass es ohne Dreher und Folgeunfälle durch die ersten zwei Kurven ging. Den Preis dafür zahlte der Fahrer von Team Blackwing mit einem rundum beschädigten Fahrzeug, dass keinen Angriff nach vorne mehr zuließ, Platz 6. Unbeeindruckt von seinem beschädigten Ferrari drehte Jaye hingegen seine Runden. Nach vorne ließ der humpelnde Gaul keine Angriffe mehr zu und die beiden McLaren-Fahrer Max Gripp und Daniel Wolf waren zu sehr mit ihrem eigenen Rennen beschäftigt, als dass sie nochmal in eine Position kamen Jaye anzugreifen, Platz 3.

Zurück zum Pole Setter Ronny Dee. Die Erfahrung der letzten Rennen hatte gezeigt, dass sein Konkurrent Matthias Rudolph eigentlich nicht zu den schnellen Startern gehört, umso überraschender war das Ergebnis als die Ampel von Rot auf Grün schaltete. Rudolph preschte los und konnte sich schon vor dem Bremspunkt zu T1 klar vor dem Porsche von Ronny Dee platzieren. Die Erklärung für den famosen Start lieferte Rudolph bereits am Rundenende, als er in die Box abbog und seine Drive-Through-Strafe für den Frühstart absolvierte. Ein hämisches Grinsen blitzte über das Gesicht von Ronny Dee und 9 Runden später war das Tripple perfekt, Pole, Sieg und schnellste Rundenzeit. Auch tabis vom Team Scuderia Vittoria konnte dem nichts entgegen setzen und den Sieg gefährden, Platz 2.

Aber auch im Mittelfeld wurde unermüdlich um wichtige Punkte in der Meisterschaft gekämpft. Einen schönen sauberen Fight lieferten sich beispielsweise Patrik Sander und Hamdi El-Ouni. Keine Sekunde lag zwischen den beiden, als sie als 13. Und 14. die Ziellinie überquerten, mit dem besseren Ende für den im Z4 GT3 fahrenden Hamdi El-Ouni. Direkt davor ging es zwischen Rayleigh im Ferrari und Patrick Hoff im Audi heiß her, allerdings gelang es Rayleigh trotz besserer Pace nicht den Audi zu überholen, Platz 11 und 12.

 

Hauptrennen:

Das Hauptrennen, startend im reversed Grid und fliegendem Start, sorgte wie schon in Monza für eine Menge Spannung. Die schnellen Fahrer drückten von hinten, während vorne unbeeindruckt um die Positionen gekämpft wurde. Rückblickend schauen wir uns den Rennverlauf mal aus der Sicht der einzelnen Teams und Fahrer an.

-Forza Engeneering-

Nachdem der AMG GT3 im Sprintrennen noch seinen Dienst verweigerte, hieß es im Umkehrschluss eine gute Ausgangslage für das zweite Rennen für Frenk und Tony Torque. Zumindest Frenk wusste das auszunutzen und fuhr innerhalb der ersten 10 Runden bis auf Platz 3 nach vorne. Rundenlange Kämpfe mit beiden Lamborghini von Team Blackwing zeigten, wozu Frenk in der Lage ist. Entnervt bog Max Wandel in die Box ein, um den Zweikampf aus dem Weg zu gehen. Nach seinem eigenen Boxenstopp fand sich Frenk weiterhin auf Position 3 wider und konnte diesen ungefährdet ins Ziel fahren. Tony Torque hingegen konnte die Ausgangslage nicht ausnutzen und musste sich am Ende mit Platz 16 zufrieden geben.

 

-Scuderia Vittoria-

Unterschiedlicher hätte die Ausgangslage nicht sein können, aleex ganz vorne, tabis ganz hinten. So lässt sich das Rennen auch relativ schnell zusammenfassen, aleex marschiert vorne weg, baut den Vorsprung Runde für Runde aus, während sich hinter ihm alles in Zweikämpfe verstrickt. Folgerichtig der Sieg im Rennen, wäre da nicht die Rennkommission, die ihm im Nachhinein für einen verpatzten Boxenstopp eine 10 Sekunden Strafe reindrückt. So springt im Endeffekt nur Platz 2 heraus.

Währenddessen wühlt sich tabis durchs Feld und kommt am Ende auf Platz 7 an, ein gutes Team-Ergebnis für Scuderia Vittoria.

-acSociate Racing Team-

Kurz und knapp, ein Rennen zum Vergessen für beide Fahrer. Rayleigh konnte zu Beginn Matthias Rudolph als Zugmaschine nutzen und machte in seinem Windschatten Platz um Platz gut, ehe er unverschuldet zum Spielball eines Nissan und Ferrari wurde. Im Kies steckend musste er mit zusehen, wie das komplette Feld an ihm vorbeifuhr und die Chance auf eine gute Platzierung war dahin. Jaye erging es nicht anders. Ebenfalls unverschuldet drehte er sich in den Top5 liegend im letzten Drittel des Rennens nach einem Kontakt mit Dirk Dietrich. Fahrzeug um Fahrzeug flog an ihm vorbei, ehe er sich direkt vor seinem Teamkollegen wieder einordnete. Enttäuschende Plätze 14 und 15 am Ende.

-Team Blackwing-

In den Kurven an den Konkurrenten heranrollen und die überlegene Top-Speed auf den langen Geraden nutzen, um den Überholvorgang sauber abzuschließen, so die Divise von Matthias Rudolph und Max Wandel. Bis auf ein paar kleinere Ausnahmen, die jedoch ohne Folgen blieben, ging das Konzept für beide Fahrer auf. Schnell war Rudolph aufgrund der guten Ausgangslage auf Platz 2 vorgefahren, sein Teamkollege Max Wandel mit kleinem Abstand schon in den Top 5, ehe die Boxenstopps beiden einen Strich durch die Rechnung machten. In beiden Fällen schien der Boxenfunk ausgefallen zu sein, anders war die Arbeit der Crew nicht zu erklären. Mit 10 Sekunden Verspätung begannen die Pit-Leute mit dem Wechsel der Reifen und dem Tanken an, respektive Zeit- und Positionsverlust. Nichts desto trotz endete das Rennen auf einen zufriedenstellenden Platz 2 und 5. Durch die Bestrafung von aleex gelang sogar der Sieg für Rudolph am grünen Tisch.

-Rost Racing-

In Barcelona musste Ronny Dee den Alleinunterhalter spielen, da sein Team-Kollege verhindert war. Aufgrund des Sieges im Sprintrennen ging er von ganz hinten auf die Jagd nach dem Podium. Die erneut schnellste Rennrunde unterstrich einmal mehr, dass er am Renntag das Maß aller Dinge war. Zwischenzeitlich lag er auch schon aussichtsreich auf Platz 2, aber seine Durchfahrtsstrafe, aufgrund eines Vergehens in Monza, hatte er auch noch zu absolvieren. So blieb am Ende nur ein 18. Platz.

-Daniel Wolf / Max Gripp-

Die beiden McLaren-Fahrer lieferten sich im Sprintrennen schon ein schönes Duell und überquerten gemeinsam die Ziellinie, sodass es auch im Hauptrennen zusammen auf die Strecke ging. Doch bereits in der ersten Kurve trennte der Massencrash die Beiden. Max Gripp kam ohne größeren Schaden davon zu tragen durch den Blechhaufen, während Daniel Wolf einen großen Umweg durchs Kies nehmen musste. Nach seinem Boxenstopp fand sich Wolf dann direkt vor tabis und Tobias K. wieder und es artete in einem Dreikampf aus, der durch einen Dreher von Tobias K. entschieden wurde. Die identische Pace ließ es dann allerdings nicht zu, dass Daniel Wolf noch einmal einen Überholversuch auf tabis starten konnte, Platz 8.

Währenddessen kämpfte sich Max Gripp mit leicht ramponierten Front- und Heckflügel weiter durchs Feld. Nach engen Duellen mit Jonas und tabis entschied er sich für einen frühen Boxenstopp, um dem Gedrängel auf der Strecke aus dem Weg zu gehen. Das sollte sich am Ende des Rennens auszahlen, die freie Fahrt konnte er in gute Rundenzeiten ummünzen und lag so am Ende auf Platz 4.

-Nilo-

Nilos Rennen entschied sich leider schon vor dem Rennstart. Während die Mechaniker der anderen Teams wie wild in der Vorbereitungszeit an den Autos schraubten, schien seine Crew ein Nickerchen zu machen. Ohne Setup ging es folglich für ihn ins Rennen, in dem er keine Chance hatte die Leute hinter sich zu halten, Platz 22. Im Interview danach gab er geknickt zu verstehen, dass sich sein Bolide eher „wie ein Kutsche fahren ließ, ein sinkendes Schiff, was zu allen Seiten wippte, grob gesagt, einfach ein Haufen Elend“.

-Patrik Sander / Patrick Hoff-

Auch Patrik Sander fand sich am Ende des Rennens im hinteren Feld wieder. Mit einem guten Ergebnis aus dem Sprintrennen war bereits im erwähnten Massencrash in T1 Schluss mit allen guten Vorsätzen. Nach dem Dreher vor ihm konnte er nicht mehr rechtzeitig reagieren und fand seine Stoßstange im Heck eines Ferraris wider. Nachdem das Feld vorbei war, ging es darum wieder Anschluss zu finden. Gegen Ende des Rennens konnte er dann noch einen rundenlangen Zweikampf gegen Fabian Graener für sich entscheiden. Den gewonnenen Platz nahm ihm allerdings Patrick Hoff im Audi noch wieder ab, Platz 20.

Eben dieser hatte zu diesem Zeitpunkt sein Rennen schon für abgehakt erklärt. Der Massencrash in T1 hatte auch ihn erwischt. Ein weiteres hartes Duell mit Jonas endete erneut in einem Dreher, der ihn in der letzten Kurve mitten auf der Strecke zum Stehen bleiben zwing. Was passieren musste, passierte auch, ein anrauschender Ferrari konnte nicht mehr rechtzeitig bremsen und versetzte dem Audi von Patrick Hoff den Gnadenstoß. Am Ende ein enttäuschender Platz 19.

-Clemens Fida-

Zum Einstand in die ACR GT3 Masters ein sehr gelungenes Debüt. Per Vollgas schaffte er es in der hektischen Anfangsphase seinen Nissan nach einem Rempler am Heck zu stabilisieren und einem Dreher zu entgehen. Von dort an hieß es mit aller Macht nach vorne. Vor seinem Stopp zeigte seinen Boxentafel schon P3 an, eher er sich zum Reifenwechsel entschied. Bis sieben Runden vor Schluss hieß es dann Platz 7, ehe er seinen Nissan an der Hinterachse verlor und drei Fahrer ziehen lassen musste. Am Ende Platz 10 und ein guter Einstand in die Meisterschaft.

-Hamdi El-Ouni-

Nicht zu vergessen unser Scheich aus den Arabischen Emiraten. Mit seinem privat finanzierten BMW Z4 GT3 ist er auf jeden Fall gut aufgestellt in der Meisterschaft. Schon in der ersten Runde musste er sich gegen den auflaufenden Jonas und Max Wandel zur Wehr setzen, die sich schlussendlich nicht wirklich fair an ihm vorbei schoben. Kann man nur von Glück reden für die Beiden, dass der besonnene Scheich sich lieber auf sich selber konzentriert und die Rennkommission nicht mit noch mehr Arbeit eindeckt. In der Folge war El-Ouni dann immer wieder in kleinere Kämpfe verwickelt, die mal in Positionsgewinne, mal in Positionsverluste endete. Im Endeffekt ein guter Platz 11, der ihn in der Gesamtwertung ordentlich nach vorn spülte.

Die beiden Rennen in Europa beendet, die Hitzeschlachten in Italien und Spanien überstanden. Gerade als sich die Fahrer an das harte Gummigemisch gewöhnt hatten, geht es auf die andere Seite der Erdkugel. Schon am Sonntag empfängt das kalte Australien mit seiner legendären Bergstrecke Bathurst die ACR GT3 Master. Schaltet wieder ein, wenn am Sonntag um 20 Uhr die entscheidenden Runden im Qualifying gefahren werden. 

 

Gelesen 330 mal Letzte Änderung am Montag, 26 Juni 2017 19:18
Max

Kommentare   

Quechua
#12 Quechua 2017-02-25 23:41
Danke für die ganzen Blumen ;)
Harison
#11 Harison 2017-02-25 15:53
Wahrlich beeindruckend der Bericht ...
Eventuell zum Fazit...an die Rennleitung !!
2 Mal gestartet und 2 mal abgeschossen in der ersten Kurve... vielleicht solltet ihr am Server einstellen !! Damage 100%... damit so was nicht mehr passiert...
aber freue mich auf den 3ten Versuch..
Clemenca_at
#10 Clemenca_at 2017-02-25 11:59
Weltklasse Bericht ! :lol:
Patrick Hoff
#9 Patrick Hoff 2017-02-24 14:44
Richtig, richtig cool! Musste mein vom Pech verfolgtes Rennen direkt nochmal durch Leben. xD
NeRo2
#8 NeRo2 2017-02-23 22:50
Finde die Einleitung echt Klasse und generell der Text echt Hammer! Besonders der Bezug auf mich hat mich zum lachen gebracht :lol:

Danke dafür und mach weiter so!
Daniel Wolf
#7 Daniel Wolf 2017-02-23 18:56
Daumen hoch! richtig gut
Easy
#6 Easy 2017-02-23 16:22
Absoluter Hammer!!! Vielen Dank! Man merkt auch wieviel Hirnschmalz drin steckt!! Echt klasse
Patrik Sander
#5 Patrik Sander 2017-02-23 15:52
Sehr geil geschrieben :P :-) 8)
Ronny-Stoepsel
#4 Ronny-Stoepsel 2017-02-23 15:50
Du mutierst langsam aber sicher zu einem Pro-Berichterstatter ... Sehr geil! 8)
tabis
#3 tabis 2017-02-23 15:09
Super Bericht Quechy! 8)

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